Pressemitteilungen

1. Juni 2022

Europäische Kommission genehmigt das EFRE-Programm des Landes für den Zeitraum 2021-2027 als eines der ersten in Deutschland und Europa

„Mit der Genehmigung des Programms durch die Europäische Kommission sind nun alle Weichen für die EFRE-Förderung 2021-2027 im Land gestellt. Investitionen im Wert von rund 700 Millionen Euro in modellhafte Vorhaben in den Bereichen Zukunftstechnologien und Kompetenzen sowie Ressourcen und Klimaschutz werden damit angestoßen“ sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL. Am 24.05.2022 hat die Europäische Kommission das Programm des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) Baden-Württemberg 2021-2027 als eines der ersten in Deutschland und Europa genehmigt. Dem vorausgegangen war ein umfangreicher Konsultationsprozess, bei dem die Expertise, Erfahrungen und Perspektiven der Kommunal-, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Umweltpartnerinnen und -partner eingeflossen sind. „Der früh begonnene partnerschaftliche Beteiligungsprozess und die enge Abstimmung mit der Europäischen Kommission waren wichtiger Bestandteil der Programmentwicklung und haben die Genehmigung des Programms als eines der ersten ermöglicht. Für die konstruktive Unterstützung danke ich nochmals allen Partnern des Programms.“ betonte der Minister. Das Programm bildet nun die Grundlage für die EFRE-Förderung bis 2027. Die geförderten Projekte sollen sichtbare Beiträge zu zentralen Zielen der Europäischen Union und des Landes leisten. Im Mittelpunkt stehen vor allem Forschung, Entwicklung und Innovation sowie Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltige Bioökonomie. „Mit der Umsetzung des Programms haben wir sehr früh begonnen, weil modellhafte Vorhaben für ihre Entwicklung und Umsetzung einfach Zeit brauchen. Daher haben wir bereits eine Reihe von Wettbewerben um Fördermittel durchgeführt und Projekte für die Förderung ausgewählt, um diesen Projekten einen guten Start zu ermöglichen. Dazu gehört zum Beispiel der ressortübergreifende Regionalwettbewerb RegioWIN[1], mit dem wir die Regionalentwicklung bottom up unterstützen“ erläuterte der Minister.

Wenige Tage zuvor hatte der EFRE-Begleitausschuss den bereits erreichten Umsetzungsstand des neuen EFRE-Programms gewürdigt. Ferner informierte er sich in seiner Sitzung vom 19.05.2022 über die erreichten Ergebnisse des EFRE-Programms 2014-2020 sowie die Fortschritte beim 2021 neu hinzugekommenen Programmteil REACT-EU, der zur Bewältigung der Corona-Krise und den Übergang in eine grüne und digitale Wirtschaft beitragen soll. Konkrete Einblicke in die EFRE-Förderung gewann der Ausschuss bei der anschließenden Präsentation eines Projekts von strategischer Bedeutung im Bereich der Bioökonomie.

Auch die Bürgerinnen und Bürger haben in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, sich EFRE-geförderte Projekte im Rahmen der Tage der offenen Tür anzuschauen. „Die Darstellung der geförderten Projekte durch die Trägerinnen und Träger selbst ist die beste Methode, um zu vermitteln, was der EFRE für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort tut. Ich freue mich daher sehr, dass Projektträger nach der langen pandemiebedingten Pause nun wieder ihre Türen öffnen, um ihre EFRE-Projekte der Öffentlichkeit vorzustellen. Damit wird sichtbar und erlebbar, wofür die Gelder aus Brüssel eingesetzt werden“, erklärte der Minister. Die Veranstaltungen werden auf der EFRE-Homepage (https://2021-27.efre-bw.de/veranstaltungen/) laufend aktualisiert und ergänzt. „Wir werden in diesem Jahr eine ganze Reihe solcher Veranstaltungen haben und ich möchte Sie ermuntern, sich die EFRE-geförderten Projekte anzuschauen“ riet der Minister.

Hintergrundinformationen:

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist ein Strukturfonds der EU, mit dessen Hilfe der wirtschaftliche, territoriale und soziale Zusammenhalt innerhalb der EU gefördert wird. Das EFRE-Programm Baden-Württemberg 2021-2027 ist an der Innovationsstrategie Baden-Württemberg ausgerichtet und unterstützt die Schwerpunkte Zukunftstechnologien und Kompetenzen sowie Ressourcen und Klimaschutz. Bei der Planung und Umsetzung arbeiten das Ministerium Ländlicher Raum (EFRE-Verwaltungsbehörde), das Wirtschaftsministerium, das Wissenschaftsministerium und das Umweltministerium eng zusammen. Weitere Informationen zur EFRE-Förderung finden Sie im Internet unter www.efre-bw.de.

Der einmal jährlich tagende Begleitausschuss prüft insbesondere die Durchführung der EFRE-Programme, bewertet die Fortschritte und prüft, ob und inwiefern die Ziele des Programms erreicht werden. Er setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschafts-, Wissenschafts-, Sozial-, Regional-, Kommunal- und Umweltpartner in Baden-Württemberg sowie der Europäischen Kommission und der mit der Regionalentwicklung befassten Landes- und Bundesbehörden zusammen.

4. Mai 2022

Wissenschaftsministerin Bauer: Lücke zwischen Forschung und Verwertung effizient und effektiv schließen

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut: Neuer Ansatz, um unternehmerisches Denken in Forschungseinrichtungen zu stärken

Das Land verbessert erneut die Rahmenbedingungen für Innovationen und investiert in die gezielte Förderung von Prototypen. Mit der ressortübergreifenden Prototypenförderung als neues Angebot für Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Baden-Württemberg wollen das Wissenschafts- und das Wirtschaftsministerium gemeinsam die Lücke zwischen der wissenschaftlichen Forschung und der wirtschaftlichen Verwertung (engl.: „Valley of Death“) schließen, wie Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister Kraut am Mittwoch (4. Mai) in Stuttgart mitteilten.

Obwohl im Südwesten ein differenziertes und flächendeckendes Technologietransfersystem mit einer Vielzahl von Transfereinrichtungen wie Hochschulen, Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen besteht, und auch internationale Rankings die besondere Innovationsstärke Baden-Württembergs regelmäßig bestätigen, wird das wirtschaftliche Potenzial vieler Forschungsergebnisse teilweise nicht ausreichend ausgeschöpft.

„Mit der Förderung ermöglichen wir es, das Marktpotenzial von Forschungsergebnissen bereits während der Forschung zu prüfen und so eine effiziente und effektive Übertragung in den Markt vorzubereiten“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

“Mit der Prototypenförderung verfolgen wir einen neuen Ansatz zur Förderung des wechselseitigen Technologietransfers, um so auch das unternehmerische Denken in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu stärken“, ergänzte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Transferkultur weiter stärken

Mit der Landesprototypenförderung werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus baden-württembergischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen dabei unterstützt, für ihre Forschungen frühzeitig mögliche Anwendungsbereiche zu erschließen und diese in Kooperation mit Wirtschaftspartnern aktiv in die Praxis zu bringen. Durch den Bau von Prototypen können vorhandene Forschungsergebnisse weiterentwickelt werden, sodass die grundsätzliche Wirksamkeit der technischen Anwendung nachgewiesen und deren Kommerzialisierungschance verbessert wird. Dadurch wird die Transferkultur sowohl in den jeweiligen Einrichtungen als auch in der baden-württembergischen Wissenschafts- und Forschungslandschaft insgesamt gestärkt.

Gefördert werden können Vorhaben aus allen Forschungsbereichen, die die Machbarkeit und Umsetzbarkeit sowie das Innovationspotenzial und die Marktfähigkeit von Forschungsergebnissen durch die Entwicklung von Prototypen systematisch unter Beweis stellen können. Die Umsetzung der Vorhaben sollte in Baden-Württemberg stattfinden, grenzüberschreitende Kooperationen sind aber auch möglich. Das Vorhaben muss von einer Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen aus Baden-Württemberg beantragt werden. Die maximale Förderlaufzeit des Vorhabens beträgt zwei Jahre.

Erster Förderaufruf mit 6,3 Millionen Euro

In einem ersten Förderaufruf stehen bis zu 6,3 Millionen Euro zur Verfügung. Die Fördermittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und werden durch Landesmittel aus der Rücklage “Zukunftsland BW – Stärker aus der Krise“ aufgestockt. Zusätzliche Landesmittel für einen weiteren Förderaufruf sollen im Rahmen zukünftiger Haushaltsaufstellungen eingeplant werden.

Die Landesprototypenförderung soll zum einen das unternehmerische Denken in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen stärken, und zum anderen eine stärkere Transferorientierung der Forschung begünstigen. Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Innovationen bei der Überwindung von schweren wirtschaftlichen Einbrüchen sind. Deshalb will die Landesregierung die Anstrengungen zur Stärkung der Innovationskraft konsequent fortsetzen, wie die beiden Ministerinnen gemeinsam bekräftigten.

Eine der innovationsstärksten Regionen Europas

Internationale Innovationsrankings bestätigen regelmäßig, dass Baden-Württemberg zu den innovationsstärksten Regionen in Europa gehört. Das Regional Innovation Scoreboard 2021 der Europäischen Kommission stuft die vier Regierungsbezirke des Landes in der Gruppe der „Leader“ ein. Ausschlaggebend für die Spitzenposition Baden-Württembergs sind:

  • beträchtliche private und öffentliche Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE):
  • eine hohe Bedeutung forschungsintensiver Wirtschaftszweige;
  • großer Erfindungsreichtum in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie in den Unternehmen.

 

Ebenfalls positiv auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Baden-Württembergs wirkt sich die vergleichsweise differenzierte Wirtschaftsstruktur aus großen und mittelständischen Unternehmen sowie innovativen Start-Ups aus. Hinzu kommt, dass Baden-Württemberg zu den hochschulreichsten und forschungsintensivsten Regionen in Europa zählt, mit einer differenzierten Hochschul- und Forschungslandschaft aus neun Universitäten, 23 Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW), der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) mit ihren neun Standorten sowie einem zahlenmäßig und fachlich breiten Spektrum von Forschungseinrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Innovationsallianz Baden-Württemberg.

 

Weitere Informationen

Das EFRE-Programm Baden-Württemberg 2021-2027 ist an der Innovationsstrategie Baden-Württemberg ausgerichtet und unterstützt die Schwerpunkte Zukunftstechnologien und Kompetenzen sowie Ressourcen- und Klimaschutz. Bei der Planung und Umsetzung arbeiten das Ministerium Ländlicher Raum (EFRE-Verwaltungsbehörde), das Wirtschaftsministerium, das Wissenschaftsministerium und das Umweltministerium eng zusammen. Um regionale Strukturförderung zu betreiben, erhält Baden-Württemberg in der neuen Förderperiode 2021-2027 rund 279 Millionen Euro von der Europäischen Union aus dem EFRE.

Weitere Informationen zur Förderperiode 2021-2027 https://2021-27.efre-bw.de/

Web-Seminar

Am 24. Mai 2022 wird das Förderprogramm auch bei einem Web-Seminar vorgestellt. Der Anmeldelink lautet:
https://register.gotowebinar.com/register/2286492027192165645

3. März 2022

Umweltministerin Thekla Walker: „Mit über 19 Millionen Euro fördern wir innovative Bioökonomie-Projekte im Land, mit denen wir wichtige Rohstoffe aus Abfall und Abwasser zurückgewinnen können“

Mit seinem EFRE-Förderprogramm „Bioökonomie Bio-Ab-Cycling“ fördert das Umweltministerium den Aufbau modularer Bioraffinerien, die in den kommenden Jahren erproben und aufzeigen sollen, wie mittels nachhaltiger Bioökonomie hochwertige Rohstoffe aus Abfall und Abwasser zurückgewonnen werden können. Welche Projekte in Baden-Württemberg den Zuschlag für eine Förderung erhalten haben und nun ihre Arbeit aufnehmen können, steht jetzt fest. Für die fünf Projekte stehen insgesamt rund 19 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und an Landesmitteln zur Verfügung.

Verfahren der nachhaltigen Bioökonomie unter realen Bedingungen erproben

„Wir haben nun fünf vorbildliche und zukunftsweisende Projekte ausgewählt, die jetzt unter realen Bedingungen ihre Erfahrungen sammeln können“, betonte die Umweltministerin Thekla Walker heute (02.03.) in Stuttgart. Viele Verfahren seien bereits einzeln getestet. Nun gelte es, diese in Pilot- und Demonstrationsanlagen im Sinne einer Raffinerie zu kombinieren und in einem größeren Maßstab anzuwenden. „Wir befinden uns mitten in einem umfassenden gesellschaftlichen Wandel, an dessen Ende eine klimaneutrale und umweltfreundliche Lebens- und Wirtschaftsweise stehen muss. Dazu gehört auch, dass wir in Zukunft Rohstoffe möglichst vollständig im Kreislauf führen. Neben der Ressourceneffizienz in der Produktion geht es dabei aber auch um die Nachnutzung aus Abwasser und Abfällen. Hier liegen echte Rohstoffreserven für Baden-Württemberg“, führte die Umweltministerin weiter aus. Die nachhaltige, zirkuläre Bioökonomie nehme hierbei durch die intelligente Verknüpfung von Biologie und Technik eine Schlüsselfunktion ein.

Fachliche Begleitung durch Fachinitiative Bioraffinerien

Parallel zu den Projekten unterstützt das Land den Aufbau einer Fachinitiative Bioraffinerien durch die Landesagentur Umwelttechnik BW. Die Fachinitiative wird unabhängig vom EFRE-Förderprogramm rein aus Landesmitteln gefördert. Hier werden unter anderem die Partnerinnen und Partner der Bioökonomie-Ab-Cycling-Projekte sowie weitere Expertinnen und Experten, Unternehmen und interessierte Stakeholder miteinander vernetzt, um gemeinsam Innovationen voranzutreiben.

Die Ansätze der Pilot- und Demonstrationsanlagen bieten die Chance, dass sie auf andere Kommunen und Unternehmen in Baden-Württemberg und darüber hinaus übertragen werden können. Kommunale Kläranlagen, Abfallbehandlungsanlagen oder Produktionsstätten könnten in Zukunft mit auf sie zugeschnittenen modularen Bioraffinerien ausgestattet werden, um so anfallendes Abwasser und Abfälle als Rohstofflieferant zu nutzen.

Die geförderten Projekte

Zu den Projekten, für die die 35 Projektpartnerinnen und Projektpartner in fünf Konsortien eine Förderung erhalten, gehören:

KoalAplan:

Auf dem Lehr- und Forschungsklärwerk der Universität Stuttgart in Büsnau sollen anhand verschiedener biologischer Verfahren hochwertige Produkte aus kommunalem Abwasser gewonnen werden. Dazu gehören unter anderem Ammoniumstickstoff als Dünger, Wasserstoff und Polyhydroxyalkanoate (PHA) als Rohstoff für bio-basierten Kunststoff. Das Projekt wird mit rund 2,3 Millionen Euro aus EFRE- und Landesmitteln gefördert. Das Projekt wurde bei der EU-Kommission als Projekt von strategischer Bedeutung angemeldet.

InBiRa – Die Insektenbioraffinerie

Für den Bau dieser hochinnovativen Insektenbioraffinerie erhält das Projekt InBiRa rund 3,9 Millionen Euro Fördermittel der EU und des Landes. In den Technikumshallen des Fraunhofer IGB in Stuttgart-Vaihingen sollen dann in Zukunft mithilfe von Insektenlarven hochwertige Produkte aus Abfall- und Restströmen gewonnen werden. Möglich machen das die Larven der Schwarzen Soldatenfliege, durch deren Aufbereitung unter anderem aus Lebensmittelabfällen Proteine, Fette und Chitosan hergestellt werden. Auch dieses Projekt wurde bei der EU-Kommission als Projekt von strategischer Bedeutung angemeldet.

BW2Pro – Biowaste to Products

Mit rund 5,9 Millionen Euro fördern EU und Land den Bau einer Bioabfallraffinerie auf dem Gelände der kommunalen Biogasvergärungsanlage der Abfallwirtschaft Rems-Murr AöR (AWRM) in Backnang. Hier soll in Zukunft täglich eine Tonne Bioabfall zu Produkten und Rohstoffen wie zum Beispiel Fasern, Blumentöpfe, Dünger und Biogas verarbeitet werden.

SmartBioH2-BW – Biowasserstoff aus industriellen Abwasser- und Reststoffströmen

Eine Bioraffinerie in eine bestehende Industrieumgebung am Standort der Evonik Operations GmbH in Rheinfelden zu integrieren, ist das Ziel des Projekts SmartBioH2-BW, das mit insgesamt drei Millionen Euro gefördert wird. Mittels zweier miteinander verknüpfter biotechnologischer Verfahren (Purpurbakterien und Algen) sollen in dem Projekt aus anfallenden industriellen Abwasser- und Reststoffströmen Biowasserstoff und weitere Produkte wie beispielsweise Carotinoide erzeugt werden.

RoKKa – Rohstoffquelle Klärschlamm und Klimaschutz auf Kläranlagen

Um die Produktion von Wertstoffen auf der kommunalen Kläranlage Erbach/Donau zu demonstrieren, erhält das Projekt RoKKa rund 3,8 Millionen Euro an EU- und Landesmitteln. Dabei werden verschiedene Anlagen zur Stickstoff-Rückgewinnung, Phosphor-Rückgewinnung, die Abtrennung und das Recycling von CO2 sowie die Elektrosynthese und Mikroalgenproduktion eingesetzt und kombiniert.

Ergänzende Informationen:

Baden-Württemberg nimmt beim Aufbau einer nachhaltigen Bioökonomie europaweit eine Spitzenposition ein. Bereits im Juni 2019 hat die Landesregierung dazu ihren Fahrplan – die Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie Baden-Württemberg – verabschiedet. Die Forschung und Entwicklung von Bioraffinerien in Pilot- beziehungsweise Demonstrationsanlagen gezielt zu fördern ist dabei eine Maßnahme der Strategie (M18).

Mit seinem aktuellen Förderprogramm „Bioökonomie – Bioraffinerien zur Gewinnung von Rohstoffen aus Abfall und Abwasser – Bio-Ab-Cycling“ verfolgt das Umweltministerium nun in der neuen EFRE-Förderperiode 2021-2027 das Ziel, biologische und bioinspirierte Verfahren als Leitbild für eine nachhaltige Bioökonomie in modularen „Bio-Fabriken“ zu verwirklichen.

Für die Projekte stehen bis zum Jahr 2024 Fördermittel in Höhe von bis zu 7,7 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und weitere Landesmittel in Höhe von circa 11,2 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kommen die Landesmittel für die Fachinitiative von 244.243 Euro sowie Verwaltungskosten.

Weitere Informationen zum EFRE-Förderprogramm „Bioökonomie Bio-Ab-Cycling“ sowie eine ausführlichere Beschreibung der Projekte und der geförderten Institutionen finden Sie auf der Internetseite des UM: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/wirtschaft/biooekonomie/foerderprogramm-biooekonomie/. Zusätzliche Informationen zur Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie sind unter dem Link https://biooekonomie.baden-wuerttemberg.de/ abrufbar.

Weiterführende und allgemeine Informationen zum EFRE-Programm Baden-Württemberg 2021-2027 finden Sie hier: https://2021-27.efre-bw.de/.

11. Februar 2022

Ministerin Hoffmeister-Kraut: „Strukturwandel und Transformationsprozesse erfordern neue Ansätze, um die regionalen Wirtschaftsräume im Land zu unterstützen“

Die ClusterAgentur Baden-Württemberg, die Cluster-Initiativen und landesweite Netzwerke zielgerichtet bei deren Entwicklung und Professionalisierung unterstützt, wird auch 2022 gefördert und zu einer RegioClusterAgentur weiterentwickelt. „Vor allem der Strukturwandel und die Transformationsprozesse erfordern neue Ansätze, um die regionalen Wirtschaftsräume im Land zu unterstützen. Eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik muss sich heute um die regionale Architektur für ein erfolgreiches Innovationssystem zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen kümmern“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am 10. Februar in Stuttgart. Aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie ergänzenden Landesmitteln stehen für den Betrieb der Agentur in den Jahren 2022 bis 2025 insgesamt bis zu 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Unser Ziel ist es, die ClusterAgentur Baden-Württemberg zu einer deutschlandweit einzigartigen Unterstützungsagentur für Cluster-Initiativen, regionale Innovationssysteme und Transformationsherausforderungen auszubauen. Dafür müssen alle regionalen Innovationsakteure und insbesondere die Wirtschaftsfördereinrichtungen und Cluster-Initiativen strategiebasiert zusammenarbeiten“, betonte die Ministerin.

Dr. Gerd Meier zu Köcker, Leiter der RegioClusterAgentur, erklärte, wie dafür das bisherige Unterstützungsangebot erweitert werden soll: „Wir werden zum einen Analyse-Ergebnisse und Bestandsaufnahmen zu regionsrelevanten Innovations- und Technologietrends sowie Transformationsherausforderungen bereitstellen. Zum anderen wird die Weiterentwicklung entsprechender Governance-Strukturen für regionale Innovationssysteme beziehungsweise Transformationspartnerschaften durch Moderations- und Weiterbildungsangebote unterstützt werden.“ In den kommenden Monaten solle das Vorhaben zudem durch eine neue Serviceplattform ergänzt werden.

Denn damit aus vielversprechenden Forschungsergebnissen innovative Produkte, Prozesse und Dienstleistungen würden, bedürfe es gut funktionierender Transfer- und Vernetzungsstrukturen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft, die in der Fläche des Landes wirken. „Regionale Innovationsnetzwerke mit ihren langfristig angelegten, strategiegeleiteten Strukturen bieten ein ideales Umfeld für einen erfolgreichen Transfer aus der Forschung in die Anwendung und können als Treiber für ein ganzes Technologiefeld agieren“, erklärte die Ministerin.

Die RegioClusterAgentur ist ein Projekt von strategischer Bedeutung im Rahmen der Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Baden-Württemberg in der Förderperiode 2021-2027. Mit den Fördermaßnahmen, die mit Hilfe des EFRE umgesetzt werden könnten, leiste das Land einen Beitrag für einen intelligenten wirtschaftlichen Wandel, aber auch für ein innovativeres, klimaneutrales und CO2-ärmeres Europa, so Hoffmeister-Kraut.

Als Dienstleister zum Betrieb der RegioClusterAgentur für das Land ist – nach einer europaweiten Ausschreibung – die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH tätig.

Weitere Informationen

In den letzten Jahren wurde die Clusterpolitik als Bestandteil der Innovationspolitik in Baden-Württemberg fest etabliert. Zentraler Baustein war dabei die auf Landesebene eingerichtete ClusterAgentur Baden-Württemberg. Sie hat in der EFRE-Förderperiode 2014-2020 schwerpunktmäßig die Cluster-Initiativen und landesweiten Netzwerke mit Serviceangeboten hinsichtlich Professionalisierung, Qualitätssteigerung und Technologietransfer unterstützt.

Außer originären Landesmitteln verwendet das Wirtschaftsministerium auch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), um die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft im Land zu stärken. Um regionale Strukturförderung zu betreiben, erhält Baden-Württemberg in der neuen Förderperiode 2021-2027 rund 279 Millionen Euro von der Europäischen Union aus dem EFRE. Mit daraus finanzierten Projekten werden im Bereich des Wirtschaftsministeriums unter anderem anwendungsnahe Forschung und Entwicklung, Technologie- und Wissenstransfer, Vernetzungsaktivitäten und Unternehmensgründungen gestärkt.

 

19. November 2021

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL: „Ein stärkerer Klimaschutz ist nur durch fortwährende Innovationen zu erreichen. Zudem ist berufliche Qualifizierung der Schlüsselfaktor bei der digitalen und ökologischen Transformation. EFRE und ESF leisten einen wichtigen Beitrag, damit wir den Wandel aktiv gestalten können“

Staatssekretärin Dr. Ute Leidig MdL „Mit der ESF Plus-Förderung leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Armut im Land. Wir unterstützen arbeitslose Menschen dabei, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Darüber hinaus trägt der ESF Plus zur Fachkräftesicherung bei, gerade in den Bereichen Aus- und Weiterbildung“

Auftakt der Förderperiode 2021-2027 der Europäischen Strukturfonds EFRE und ESF

„EFRE und ESF sind wichtige Instrumente zur Unterstützung der Innovations- und Klimapolitik sowie der Arbeits- und Sozialpolitik Baden-Württembergs. Der gemeinsame Start der beiden Programme in die Förderperiode 2021-2027 unterstreicht die enge Kooperation bei der Planung der Förderprogramme, aber auch bei der Umsetzung der geförderten Projekte. Für Baden-Württemberg stellt die Europäische Union rund 279 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und rund 218 Millionen Euro im Europäischen Sozialfonds (ESF) bereit“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Mittwoch (17. November) anlässlich der gemeinsamen Auftaktveranstaltung zur Förderperiode 2021-2027 der Europäischen Strukturfonds EFRE und ESF in Stuttgart.

Im Rahmen der ressortübergreifenden Auftaktveranstaltung haben sich Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft, Soziales und Umwelt, der Verwaltung und der breiten Öffentlichkeit in Talkrunden, Interviews und Filmbeiträgen per Livestream über die zentralen Themen und Ziele der beiden EU-Fonds und über ganz konkrete Projektbeispiele informiert. „Unser besonderer Dank gilt allen Partnerinnen und Partnern der beiden Programme, die sich in die Gestaltung der Programme eingebracht haben. Erst dadurch ist die Programmplanung zu einer runden Sache geworden“, erklärte Minister Hauk.

„Ein stärkerer Klimaschutz und die Transformation zu einer CO2-armen Wirtschaftsweise ist nur durch fortwährende Innovationen zu erreichen. Mit dem Aus- und Aufbau von wirtschaftsnaher Infrastruktur, der Unterstützung von Hightech-Gründungen, Technologietransferangeboten und unserem erfolgreichen Wettbewerb RegioWIN möchten wir mit Hilfe von EU-Mitteln und ergänzenden Landesmitteln die Innovationsfähigkeit der baden-württembergischen KMU stärken. Davon profitiert unser gesamter Wirtschaftsstandort“, sagte die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Nachhaltige Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft sind die Schlüssel für eine ressourcenschonende und klimaneutrale Wirtschaft. Das EFRE-Programm 2021-2027, das das Land Baden-Württemberg der Europäischen Kommission zur Genehmigung vorgelegt hat, steht mit starken Impulsen auch ganz im Zeichen des Europäischen Green Deal. Hier liegen auch und besonders für den Ländlichen Raum große Chancen. „Der Ländliche Raum und die dort wachsenden die Rohstoffe bieten enorme Chancen für eine nachhaltige Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft. Das Holz aus unseren Wäldern ist eine wertvolle Ressource, die es im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes nachhaltig zu nutzen gilt. Die Unterstützung von KMU mit Potential zur Technologieführerschaft und auch RegioWIN tragen dazu bei, dass auch die Wertschöpfung im Ländlichen Raum stattfindet“, betonte Minister Hauk.

Im urbanen und industriellen Raum nutzt die nachhaltig zirkuläre Bioökonomie sekundäre Rohstoffquellen, um mittels biologischen Verfahren und dem Einsatz biologischen Wissen Rohstoffe wieder verfügbar zu machen oder neu zu erzeugen. Mit der EFRE-Förderung entsprechender Bioraffinerien ist es möglich, Rohstoffe aus Abfällen und Abwasser (rück)zugewinnen oder Abluft von beispielweise Industrieanlagen für ein biotechnologisches CO2-Recycling zu nutzen. „Damit uns in Baden-Württemberg die Transformation zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise gelingt, benötigen wir in allen Lebensbereichen innovative und breit anwendbare Lösungen. Die Förderung der nachhaltigen zirkulären Bioökonomie ist ein wichtiger Baustein, um in Zukunft unsere Umwelt, Ressourcen und das Klima zu schonen“, betonte der Ministerialdirektor im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Helmfried Meinel.

Der ESF unterstützt die Inklusion von sozial benachteiligten Menschen sowie die Verbesserung der Ausbildungs- und Qualifizierungschancen. „Es gibt Menschen, die trotz guter allgemeiner Arbeitsmarktsituation keine berufliche Perspektive finden. Wir wollen Menschen dazu eine Chance geben – auch unter schwierigen Umständen oder in einem zweiten Anlauf. Der ESF gibt uns die Möglichkeit, Neues zu erproben, gerade um Menschen mit schwierigen Problemlagen Wege in die Arbeitswelt zu eröffnen“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Dr. Ute Leidig MdL. Hierbei geht es z.B. um mehr Teilzeitausbildungsmöglichkeiten für alleinstehende Frauen, eine dauerhafte Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt und um die Förderung der Assistierten Ausbildung für benachteiligte Jugendliche. „Wie überall gibt es auch in einem wohlhabenden Land wie Baden-Württemberg Armut, und das wirksamste Mittel gegen Armut ist eine existenzsichernde Beschäftigung“, so Staatssekretärin Dr. Leidig.

Mit dem ESF legt Baden-Württemberg zudem einen besonderen Fokus auf die Erwerbstätigen in kleinen und mittleren Unternehmen. „Berufliche Qualifizierung ist der Schlüsselfaktor, um die digitale und ökologische Transformation zu meistern. Der Strukturwandel der Wirtschafts- und Arbeitswelt gelingt uns nur mit qualifizierten Fachkräften. EFRE und ESF leisten einen wichtigen Beitrag, dass wir mit dem Wandel nicht nur Schritt halten, sondern ihn aktiv gestalten“, ergänzte Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut.

Die Arbeitswelt von morgen braucht neue Kompetenzen. Mit zunehmender Digitalisierung verändert sich die Berufs- und Arbeitswelt: Betriebe und Beschäftigte stehen vor komplexen Herausforderungen – und benachteiligte Menschen, die keinen Zugang zur digitalen Welt haben, geraten weiter ins Abseits. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer aktiven unterstützenden Politik der beiden EU-Fonds für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft Baden-Württembergs.

„EFRE und ESF wirken nicht nur vor Ort, sondern sind auch Grundpfeiler der Europäischen Integration in der Solidargemeinschaft. Vernetzung und Kooperation über Grenzen hinweg wollen wir daher in der Förderperiode 2021-2027 noch weiter ausbauen“ sagte Minister Peter Hauk mit Blick auf die Gestaltungsmöglichkeiten in der Programmumsetzung.

Hintergrundinformation:

Das EFRE-Programm Baden-Württemberg 2021-2027 ist an der Innovationsstrategie Baden-Württemberg ausgerichtet und unterstützt die Schwerpunkte Zukunftstechnologien und Kompetenzen sowie Ressourcen- und Klimaschutz. Bei der Planung und Umsetzung arbeiten das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (EFRE-Verwaltungsbehörde), das Wirtschaftsministerium, das Wissenschaftsministerium und das Umweltministerium eng zusammen. Weitere Informationen zur EFRE-Förderung finden Sie unter https://efrehttps://efre-bw.de/bw.de/, zur Förderperiode 2021-2027 unter https://202127.efrebw.de/

Beim ESF-Programm Baden-Württemberg 2021-2027 bilden nachhaltige Beschäftigung, lebenslanges Lernen und Fachkräftesicherung sowie soziale Inklusion, gesellschaftliche Teilhabe und Bekämpfung von Armut die Schwerpunkte des Programms. Das Sozialministerium (ESF-Verwaltungsbehörde) und das Wirtschaftsministerium setzen das Programm in Kooperation mit dem Wissenschaftsministerium, dem Kultusministerium und dem Justizministerium um. Weitere Informationen zur ESF-Förderung finden Sie im Internet unter www.esf-bw.de.

Livestream und Aufzeichnung der Veranstaltung sind unter https://2021-27.efre-bw.de/veranstaltungen/auftaktveranstaltung-2021-2027/ verfügbar.

20. Oktober 2021

Ministerin Hoffmeister-Kraut: „Mit der Förderung von Technologietransfermanagerinnen und -managern stärken wir auch künftig die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unserer mittelständischen Unternehmen.“

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg fördert die Einstellung und Beschäftigung von regionalen Technologietransfermanagerinnen und -managern. Industrie- und Handelskammern, Industrie- und Handelskammertag, Handwerkskammern, Handwerkstag, Verbände der gewerblichen Wirtschaft und regionale Wirtschaftsförderungseinrichtungen im Land können dafür ab sofort (6. Oktober) eine 40-prozentige Förderung beantragen. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union.

„Die Technologietransfermanagerinnen und -manager sind eine baden-württembergische Erfolgsgeschichte. Sie haben mit rund 25.000 erreichten Unternehmen in den vergangenen sieben Jahren den Technologietransfer vorangetrieben und dabei geholfen, Innovationshemmnisse bei kleinen und mittleren Unternehmen abzubauen“, erklärte Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut heute (6. Oktober) in Stuttgart. „Es freut mich, dass wir auch künftig Technologietransfermanagerinnen und -manager unterstützen und damit die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit unserer mittelständischen Unternehmen stärken“, so Hoffmeister-Kraut weiter.

Durch die Förderung soll der Technologietransfer vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen verbessert werden. Ziel der regionalen Technologietransfermanagerinnen und -manager ist es, Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu initiieren und die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in innovative Produkte und Verfahren zu fördern. Sie stellen besonders für den Mittelstand eine wichtige Anlaufstelle dar und unterstützen Unternehmen bei ihren Innovationsvorhaben.

Weitere Informationen

Seit 2014 fördert das Wirtschaftsministerium flächendeckend Technologietransfermanagerinnen und -manager mit rund 4,8 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln. Aufgrund des großen Erfolgs dieses Förderprogramms und der hohen Bedeutung von technologischen Innovationen für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen im Land wird das Förderprogramm in der EFRE-Förderperiode 2021-2027 fortgesetzt.

Alle Informationen zur Ausschreibung unter https://2021-27.efre-bw.de/foerderaufruf/foerderung-regionaler-technologietransfermanager-innen/.

16. August 2021

Umweltministerin Thekla Walker: „Modellregionen zeigen
die Potenziale von grünem Wasserstoff konkret auf und machen
den Energieträger erlebbar“

Das Umweltministerium hat gemeinsam mit einer Fachjury entschieden, welche Modellregionen im
Rahmen des EFRE-Programms „Modellregion Grüner Wasserstoff“ einen Antrag auf Förderung stellen
dürfen. Insgesamt stehen bis zu 47 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale
einer Wasserstoffwirtschaft zu fördern. Zudem werden die beiden ausgewählten Modellregionen
wissenschaftlich begleitet.

„Als Landesregierung setzen wir uns für einen ehrgeizigen Klimaschutz ein. Um dieses Ziel zu erreichen,
müssen wir aus der Nutzung fossiler Energieträger aussteigen. Das bedeutet aber auch, dass wir in eine
neue regenerative Energiewelt einsteigen müssen. Grüner Wasserstoff kann hierbei zu einem der
Schlüssel-Energieträger werden“, sagte Umweltministerin Thekla Walker heute (16.08.) in Stuttgart. In
den Modellregionen können nun die Potenziale von grünem Wasserstoff in Baden-Württemberg konkret
aufgezeigt werden. Insgesamt neun Projektskizzen habe das Umweltministerium auf seinen EFREFörderaufruf erhalten. Durchgesetzt haben sich die Konsortien der Projektskizzen „Hy-FIVE“, die die
Stadt Ulm, der Landkreis Reutlingen und der Alb-Donau-Kreis eingereicht haben, sowie „H2 GeNeSiS“,
die durch die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart koordiniert wird. „Die beiden Modellregionen haben
die Fachjury überzeugt und können nun einen Vollantrag stellen“, freute sich die Umweltministerin für
die beiden Modellregionen. Die wissenschaftliche Begleitung übernehme das Konsortium „H2
Companion“ unter Konsortialführung des Fraunhofer IAO.

HyFiVE – Wasserstoffwirtschaft im ländlichen und städtischen Raum

Die Modellregion „HyFiVE“ umfasst die Region Mittlere Alb-Donau mit den Landkreisen Reutlingen, AlbDonau-Kreis und die Stadt Ulm sowie die angrenzenden Landkreise Ostalbkreis, mit der Stadt
Schwäbisch Gmünd, Heidenheim und Tübingen. Als Antragssteller tritt die Stadt Ulm gemeinsam mit
dem Landkreis Reutlingen und dem Alb-Donau-Kreis auf. In dieser Modellregion soll die
Wasserstoffwirtschaft sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum erprobt werden. Dabei
konzentrieren sich die Aktivitäten um vier Leuchtturmprojekte, die die gesamte WasserstoffWertschöpfungskette von unterschiedlichen Arten von Elektrolyseuren zur Wasserstofferzeugung bis hin
zur Nutzung von Wasserstoff in Industrie, Verkehr und Quartierslösungen abbildet.

GeNeSiS – Wasserstoffpipeline entlang des Neckars

Die geplante Modellregion „GeNeSiS“ in der Region Stuttgart setzt auf ein ausgedehntes Verteilernetz –
dem sogenannten „H2-Marktplatz“. Herzstück soll eine reine Wasserstoff-Pipeline entlang des Neckars
werden. Dabei reihen sich Erzeuger und Anwender perlenkettenartig entlang dieses linearen
Pipelinenetzes auf. Das stark industriell geprägte Gebiet bietet vielerlei Möglichkeiten für die Anwendung
von Wasserstoff zum Beispiel für Quartiere, industrienahe Unternehmen und die Mobilität.

Wissenschaftliche Begleitung durch H2 Companion

Die Begleitforschung „H2 Companion“ unterstützt die beiden Modellregionen unter anderem bei der
Definition von langfristigen Entwicklungsszenarien und ökonomisch wie ökologisch nachhaltigen
Geschäftsmodellen sowie mit und bei der Bilanzierung von CO2-Einsparungen. Zudem sollen
wirkungsvolle Konzepte für Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit mitentwickelt werden. Die
Begleitforschung wird sich auch explizit eigenen Forschungsfragen widmen, die über die Modellregionen
hinausgehen. So sollen unter anderem potenzielle Wasserstoffwertschöpfungs- und Lieferketten
bezüglich ihrer Wirkung für die Region analysiert werden.

Ergänzende Informationen

Mit dem EFRE-Förderprogramm ‚Modellregion Grüner Wasserstoff‘ unterstützt das Umweltministerium
den Aufbau von zwei Modellregionen, die „grünen“ Wasserstoff erzeugen und vor Ort in verschiedenen
Anwendungen einsetzen. Dabei sollen die Modellregionen in Demonstrationsprojekten die wirtschaftliche
Umsetzung einer Wasserstoffwirtschaft in der Realität erproben und helfen, die gesellschaftliche
Akzeptanz für Wasserstoff als Energieträger zu erhöhen. Langfristig sollen sich die Modellregionen
wirtschaftlich tragen, damit sie auch nach Abschluss der Projektlaufzeit weiterbestehen können.
Darüber hinaus werden die Modellregionen im Rahmen eines Forschungsprojekts anhand
übergeordneter technischer, gesellschaftlicher, sozioökonomischer sowie ökologischer und
wirtschaftlicher Fragestellungen wissenschaftlich begleitet. Die von der Fachjury ausgewählten
Vorhaben können nun einen Antrag auf Förderung bei der Landeskreditbank (L-Bank) einreichen.
Geplante Laufzeit der Projekte ist von 2022 bis 2027. Es stehen Fördermittel in Höhe von bis zu 27
Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und weitere Landesmittel
in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen zur neuen EFRE-Förderperiode 2021-2027.

6. Mai 2021

Umweltminister Franz Untersteller: „Mit dem neuen
Förderprogramm unterstützen wir Unternehmen im Land
dabei, Material und Energie effizient einzusetzen, um so Umwelt und Klima zu schützen“

„Der Klimawandel und die Begrenztheit der natürlichen Ressourcen sind zwei der größten ökologischen
Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Schon jetzt ist klar: um diese meistern zu können,
werden sich alle Teile der Gesellschaft anstrengen müssen“, sagte Umweltminister Franz Untersteller
heute (06.05.) in Stuttgart. Das beziehe auch die Unternehmen im Land mit ein, die in Zukunft Material
und Energie noch effizienter und nachhaltiger werden einsetzen müssen. „Die Wirtschaft leistet damit
aber nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, sondern erlangt durch geringere
Kosten und den Einsatz innovativer Technologien auch erhebliche Wettbewerbsvorteile.“ Mit dem neuen
EFRE-Förderprogramm „Ressourceneffizienz in Unternehmen“ will nun das Umweltministerium vor
allem kleine und mittlere Unternehmen auf ihrem Weg zu einem nachhaltigeren Wirtschaften
unterstützen.

Zwölf regionale Kompetenzstellen für Ressourceneffizienz werden ausgeschrieben

Als ersten Baustein des Förderprogramms hat das Umweltministerium gestern die Einrichtung von
zwölf regionalen Kompetenzstellen für Ressourceneffizienz (KEFF+) in Baden-Württemberg
ausgeschrieben. „Die Kompetenzstellen sind unabhängige Anlaufstellen für Unternehmen in der Region,
die neutral und kostenlos über das Thema Ressourceneffizienz informieren. Dabei richtet sich das
Angebot insbesondere an das verarbeitende Gewerbe im Land“, ergänzte der Umweltminister. Um
konkrete Maßnahmen anzustoßen und umzusetzen, informieren die KEFF+ zudem unabhängig über
weitergehende Beratungsmöglichkeiten und Förderprogramme und zeigen Möglichkeiten zur
Kooperation auf. Die Kompetenzstellen für Ressourceneffizienz bauen dabei auf den Erfahrungen aus
dem Netzwerk regionaler Kompetenzstellen Energieeffizienz (KEFF) auf und verfolgen als neuen
Schwerpunkt das Thema Materialeffizienz. Aber auch das Thema Energieeffizienz werden die KEFF+ als
wichtigen Bestandteil der Ressourceneffizienz weiter behandelt werden und dabei allen Unternehmen im
Land unterstützend zur Seite stehen.

Bis 2027 stehen rund 12 Millionen Euro an Fördergeldern bereit

Für den ersten Baustein des Förderprogramms stehen bis zum Jahr 2027 Fördermittel bis zu rund 12
Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln
zur Verfügung. Ab dem 1. Januar 2022 können die regionalen Kompetenzstellen KEFF+ die Arbeit
aufnehmen. Im Herbst 2022 soll der zweite Förderbaustein folgen, mit dem dann auch vertiefte
Ressourceneffizienzberatungen bei Unternehmen gefördert werden können.

Details zum Förderprogramm

Bewerben können sich juristische Personen des öffentlichen und des privaten Rechts sowie
Personengesellschaften, die selbst Erfahrungen im Bereich der Ressourceneffizienz von Unternehmen
mitbringen. Die Antragstellenden müssen einen Sitz in Baden-Württemberg haben. Der Förderantrag
muss bis zum 30. Juni 2021 bei der L-Bank eingehen. Die Bewilligung der Projekte erfolgt im Jahr 2021.

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Förderprogramm Ressourceneffizienz in Unternehmen

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