Umweltministerium stellt 22 Millionen für neues EFRE-Förderprogramm zur Gewinnung von Rohstoffen aus Abfall und Abwasser bereit

Minister Franz Untersteller: „Wir schonen damit unsere natürlichen Lebensgrundlagen
und stärken gleichzeitig den Wirtschaftsstandort in Krisenzeiten.“

Die nachhaltige Bioökonomie ist ein wichtiges Element des gesellschaftlichen Wandels mit dem Ziel
einer grüneren Wirtschaftsweise. Der Wandel soll weg vom Einsatz fossiler oder knapper Ressourcen hin
zur Nutzung biobasierter oder im Kreislauf geführter Stoffe vollzogen werden. Biologie und Technik
werden dabei bestmöglich verknüpft.

Die baden-württembergische Landesregierung unterstützt mit ihrer Landesstrategie „Nachhaltige
Bioökonomie“ den Wandel hin zu einer biologischen Wirtschaft durch Anreize und Rahmenbedingungen,
aber auch durch die Schaffung bioökonomischer Wertschöpfungsnetzwerke.
So auch im Fall des aktuellen Förderprogramms des baden-württembergischen Umweltministeriums
„EFRE Bioökonomie – Bioraffinerien zur Gewinnung von Rohstoffen aus Abfall und Abwasser – Bio-AbCycling“.
„Mit dem neuen EFRE-Förderprogramm sollen Erfahrungen gesammelt werden, wie möglichst viele
Rohstoffe aus Abfall und aus Abwasser zurückgewonnen werden können“, sagte Umweltminister Franz
Untersteller heute (19.01.) zum Start des Förderaufrufs in Stuttgart. „Wir möchten innovative Verfahren,
in Demonstrations- oder Pilotanlagen miteinander verknüpfen sowie erforschen und technisch
vorantreiben.“
Dabei solle insbesondere die Kombination verschiedener Verfahren und biointelligente Ansätze erprobt
werden. Die Anlagen seien ein Modell für die spätere Anwendung an urbanen und industriellen
Standorten.

Mit dem Förderprogramm ist das Land bundesweit Vorreiter

Für das Förderprogramm stehen bis zu 22 Millionen Euro bereit. Davon stammen aus dem
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) voraussichtlich zehn Millionen Euro, die mit bis zu
zwölf Millionen Euro an Landesmitteln ergänzt werden sollen. So können etwa vier bis sechs Projekte
gefördert werden, beispielsweise auf Kläranlagen, in Unternehmen oder in Abfallbehandlungsanlagen
sowie in kommunalen Entsorgungsbetrieben.
Die Vorhaben sind Teil der Umsetzung der Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie durch die das
Land die biologische Transformation der Wirtschaft durch den Einsatz biologischer Ressourcen oder
biologischer Verfahren verstärkt. „Dies dient dem Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen und
unterstützt die Resilienz des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg in Krisensituationen“, betonte
Minister Untersteller.
Mit innovativen bioinspirierten, biointegrierten beziehungsweise biointelligenten Technologien und
Konzepten werde das Land auch kritische Rohstoffe nach der Nutzungsphase wieder erschließen und
ressourceneffizienter einsetzen. Die Rohstoffe würden so nachhaltig in den Wirtschaftskreislauf
zurückgeführt („Cycling“). Untersteller betonte: „Durch diesen Ansatz ist Baden-Württemberg bei
innovativen ressourcenschonenden Verfahren, Produkten, Maschinen und Anlagen hervorragend
aufgestellt und nimmt bundesweit eine Vorreiterrolle ein.“
Anträge können bis zum 1. März 2021 eingereicht werden.

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